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rätsel …

Keinen Hauch an Wertschätzung für Ahmadi-nejad ist mir eigen. Allerdings finde ich im Redext des iranischen Präsidenten vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen keine Aussagen, die es zwingend erforderten, den Sitzungssaal zu verlassen. Holocaust und Existenzrecht Israels werden nicht erwähnt. Mag sein, dass der von der Iranischen Mission bei den Vereinten Nationen veröffentlichte Redetext nicht mit dem gesprochenen Wort identisch ist – ich vermag dies natürlich nicht zu sagen, war nicht im Sitzungssaal -, aber wenn Ahmadi-nejad tatsächlich nur dieses gesagt hat, kann ich die Aufregung in keiner Weise nachvollziehen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen bringt Staaten zusammen, die nicht alle demokratisch sind; dies wird von der Charta auch nicht eingemahnt. Daher ist es völlig klar, dass Staatenvertreter auch Äusserungen machen, die aus einer demokratisch-menschenrechtlichen Sicht inakzeptabel sind. Aber die Rede ist kein zwingender Grund für das Verlassen des Saales. Wenn man Amahdi-nejad grundsätzlich boykottieren möchte – wofür es gute Gründe gibt – dann hätte man den Saal überhaupt nicht erst betreten sollen.

risiken einer neuen gaskrise _ interview

ukraine-gaspipe-gaz_797951cGasexperte Mangott: “Bei Nabucco fehlt die Kostenwahrheit”

WirtschaftsBlatt: “Der Sommer ist noch nicht um und Russlands Präsident Dimitrij Medwedew hat schon das erste Mal über eine “Gaskrise” gesprochen. Wie wahrscheinlich ist ein erneutes Abdrehen des Gashahns im Winter?

Gerhard Mangott: Das Risiko ist nicht unerheblich. Die Ukraine hat bisher die riesigen Gasspeicher nicht aufgefüllt. Dafür fehlt wegen der Wirtschaftskrise das Geld. Sind die Gasspeicher nicht voll, kann Europa nicht ausreichend versorgt werden. Zudem rückt die Ukraine einseitig vom Liefervertrag mit Russland ab. Angesichts des stark gesunkenen Binnenverbrauchs weigert sie sich, die vertraglich vereinbarten 52 Milliarden Kubikmeter Gas zu kaufen. Das größte Risiko ist aber ein politisches: Im Jänner 2010 finden in der Ukraine Präsidentschaftswahlen statt. Mit einer nationalistischen und harten Haltung gegenüber Russland werden alle Kandidaten versuchen, Wähler zu gewinnen.

WirtschaftsBlatt: Will Russland mit einer Drohung auch der EU seine Macht zeigen?

Russland kann nicht interessiert sein, die EU unter Druck zu setzen. Je mehr Gaskrisen es gibt, umso stärker wird die EU neue Gasleitungen und -lieferländer suchen. Russland schadet sich mit einer Gaskrise selbst. Je mehr aber die EU wiederum versucht, sich von der russischen Gasversorgung abzukoppeln, umso stärker wird Gazprom nach anderen Abnehmern wie China, USA, Japan oder Südkorea suchen. Dadurch entsteht eine Spirale des Misstrauens zwischen Russland und der EU.

WirtschaftsBlatt: Eine Alternative wäre die Nabucco-Pipeline. Ist es sinnvoll, dass sich die EU aus den Klauen Russlands befreien will und dabei in jene der Türkei begibt, die bei Nabucco eine Schlüsselrolle spielt?

Diese Pipeline würde die Türkei als Energiedrehscheibe aufwerten. Der Beitritt der Türkei zur EU als Gegenleistung für die türkische Unterstützung bei Nabucco ist aber ein zu hoher Preis.

WirtschaftsBlatt: Glauben Sie, dass Nabucco nicht realisiert wird?

Doch, wenn ausreichende Gasmengen vertraglich abgesichert werden. Gas aus Aserbaidschan wird aber nicht reichen. Bei Nabucco fehlt die Kostenwahrheit. Es geht nicht nur um die Errichtungskosten von acht Milliarden €. Nabucco will Gas aus Turkmenistan. Dort gibt es aber eine stark veraltete Gasindustrie. Um die Produktion deutlich anzuheben, müssen hohe Summen in deren Gasindustrie investiert werden. Will die EU turkmenisches Gas, wird sie auch die Modernisierung zahlen müssen. Das können mehrere Milliarden € werden.

WirtschaftsBlatt: Wird die EU dies bezahlen?

Wenn sie das Gas will, wird sie das machen müssen. Russland und China machen das nämlich schon.

WirtschaftsBlatt: Wie sieht es mit iranischem Gas aus?

Iranisches Gas wartet nicht auf uns. China, Indien und der Oman investieren bereits massiv. Es wird immer teurer und schwieriger für die EU. Und indirekt unterstützt die EU damit Russland, das den Iran als Rivalen auf dem Gasmarkt der EU verhindern will.

WirtschaftsBlatt: Auch die OMV hat Interesse an Iran-Geschäften. Wie stehen Sie dazu?

Es wäre schade, wenn sich die OMV aus dem Iran zurückziehen sollte. Es ist erstaunlich, dass die USA exterritorial Druck ausüben kann und EU-Staaten nachgeben. Die Schweiz hat sich dem Druck der USA nicht gebeugt. Die österreichische Regierung gibt der OMV nicht die Rückendeckung, die sie bräuchte.

WirtschaftsBlatt: Sollte die Republik alle ihre Anteile an der OMV verkaufen?

Nein. Strategische Investitionen in politisch unsicheren Ländern erfordern politische Absicherung.

Printed in: Wirtschaftsblatt, September 1st, 2009

Foto source: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/russia/2645890/Russias-powerful-weapon-oil-and-natural-gas.html

Printed in: Wirtschaftsblatt, Seotember 1st, 2009.

… russland hat an ansehen eingebüsst …

zchinvali176Am 8. August 2008 eskalierte mit dem Angriff georgischer Verbände auf die südossetische Hauptstadt der Konflikt zwischen Georgien und Russland. derStandard.at hat mit dem Innsbrucker Politikwissenschafter und ausgewiesenen Russland-Experten Gerhard Mangott über die Ursachen und Folgen des blutigen Kriegs ein Jahr danach gesprochen.

derStandard.at: Vor einem Jahr begann der Sommerkrieg zwischen Georgien und Russland. Was bedeutet der militärische Sieg Moskaus für den Rest der Region in der Retrospektive?

Gerhard Mangott: In vielerlei Hinsicht hat Russland diesen Konflikt gewonnen. Es hat die Kontrolle über diese Region gewonnen, ist militärisch präsent, hat Beistandspakte geschlossen. Gleichzeitig ist der georgische Präsident Micheil Saakaschwili in seinem Land und auch gegenüber wichtigen Verbündeten im Westen stark diskreditiert. Auch an diesem Punkt hat sich Moskau klar durchgesetzt, auch weil eine NATO-Mitgliedschaft für Georgien deshalb auf mittlere Sicht nicht möglich ist. Die Problematik für Russland ist aber, dass dieser Krieg verdeutlicht hat, dass dieses Land für strategische Interessen bereit und fähig ist, militärische Mittel einzusetzen. Das hat zu einem gesteigerten Misstrauen gegenüber Russland in Zentralasien und im Kaukasus geführt und hat es an Ansehen gekostet.

derStandard.at: Russland hat in den vergangenen Tagen seine Truppen im Süden in erhöhte Kampfbereitschaft gestellt, die OSZE bezeichnete die Lage als instabil. Droht ein neuer Waffengang?

Gerhard Mangott: Nein, von georgischer Seite derzeit nicht, weil die georgische Armee nicht mehr über die militärische Ausrüstung und Ausbildung verfügt, um eine „Rückgewinnung” dieser Gebiete zu erreichen. Zudem könnte Saakaschwili für eine solche Strategie auf keinerlei Rückendeckung aus dem Ausland hoffen, im Gegenteil, vor allem die US-Regierung übt starken Druck auf ihn aus, kein neues militärisches Risiko einzugehen.

derStandard.at: Und von russischer Seite?

Gerhard Mangott: Dort hat man militärisch nichts zu gewinnen. Schließlich ist die von Saakaschwili gerne betonte Bedrohung seiner Regierung und seines Landes durch Russland nicht realistisch, auch wenn die Betonung der russischen Aggressivität natürlich ganz im Sinne Saakaschwilis ist. Diese Scharmützel der letzten Tage dienen eher einer Gebietsarrondierung durch Südossetien, das heißt dass man mit Hilfe Russlands versucht, einige wenige Quadratkilometer, einige kleine Dörfer in den aus russischer Sicht südossetischen Staatsverband zu integrieren. Eine militärische Auseinandersetzung ist darüber nicht zu erwarten.

derStandard.at: Warum kann sich Saakaschwili noch immer an der Macht halten?

Gerhard Mangott: Das hängt vor allem mit der starken Fragmentierung der georgischen Opposition zusammen, einerseits aufgrund inhaltlicher Differenzen, andererseits weil es sehr viele politische Figuren gibt, die ihrer eigenen politischen Bewegungen vorstehen wollen. Es gibt keine charismatische Führungsperson in der Opposition, die ideologisch übergreifend und einigend wirken kann. Es hat sich gezeigt, dass sich trotz der schon vor der gegenwärtigen Wirtschaftskrise schwierigen sozialen Lage, der oft kritisierten Korruption und rechtsstaatlichen Missständen, die Opposition einfach nicht kraftvoll genug ist, um Saakaschwili von der Macht zu verdrängen.

derStandard.at: Wie würde die US-Politik gegenüber Georgien aussehen, wäre John McCain Präsident geworden?

Gerhard Mangott: Ein wesentlicher Grund, warum Saakaschwili im vergangenen Sommer die Konfrontation mit Russland gesucht hat, war die Überlegung, dass es möglicherweise ein sehr enges Zeitfenster für Georgien geben könnte, der NATO beizutreten oder sich ihr längerfristig anzunähern. Es war klar, dass das mit John McCain auch gegen deutschen und französischen Widerstand funktionieren würde, wie dieser mehrfach deutlich gemacht hat. Aber es war im August schon relativ klar, dass die Wahl eher von Obama gewonnen wird. So hat Saakaschwili versucht, durch die Niederschlagung der Separatisten Fakten zu schaffen, die eine Annäherung an die NATO erleichtert hätten.

derStandard.at: Dann hat Saakaschwili mit seiner Angst vor Obama Recht behalten?

Gerhard Mangott: Die Sorge Georgiens, dieses Zeitfenster nicht mehr nutzen zu können, ist Realität geworden. Obama hat jenseits der rhetorischen Ankündigungen, Georgien weiter zu unterstützen, kein Interesse, dieses Thema voranzutreiben, vor allem wegen des Konfliktpotenzials mit Russland. Beim Besuch von US-Vizepräsident Joseph Biden in Tiflis hat dieser doch recht deutliche Kritik an den Problemen Georgiens geäußert, vor allem was Rechtsstaatlichkeit, Korruption und die Checks and Balances in der Verfassung und der Realpolitik betrifft. Die USA haben auch deutlich gemacht, dass man auf absehbare Zeit keine Waffenlieferungen mehr machen will. In diesen Bereichen ist ein ganz klarer Bruch gegenüber der Bush-Administration zu erkennen.

derStandard.at: Die südossetische Hauptstadt Zchinwali liegt noch immer großteils in Trümmern. Hat sich Moskau mit der Unterstützung übernommen?

Gerhard Mangott: Das ist gewissermaßen auch ein großes Risiko für Russland. Die Bevölkerung hatte wahrscheinlich zu große Erwartungen an Russland, die nicht erfüllt wurden. Vor allem in Abchasien, aber auch in Südossetien hat sich eine gewisse Ernüchterung gegenüber Moskau breitgemacht, man beginnt langsam nachzufragen, wo die massive russische finanzielle und wirtschaftliche Hilfe geblieben ist. Dabei ist diese Hilfe ja tatsächlich gegeben, nur ist der Spielraum auf Russland auf wirtschaftlicher Ebene im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise kleiner geworden. Zweitens braucht Moskau sehr viel Geld, um im Nordkaukasus gegen die in den letzten Monaten erstarkten Islamisten anzukämpfen. Und der dritte Grund sind bestimmte Elemente in der südossetischen Regierung, die russische Gelder veruntreuen. Vieles, was eigentlich für den Wiederaufbau bestimmt war, verschwindet so in den Taschen korrupter Behörden. Die Russlandnähe der Abchasen ist ohnehin noch sehr viel geringer als in Südossetien, wo die kulturelle und historische Nähe zu Russland sehr viel stärker ist. Zusammengefasst heißt das, dass Russland sehr viel Geld braucht, um seinen direkten Hinterhof zu befrieden, für Südossetien bleibt da weniger über.

derStandard.at: Stichwort Hinterhof: Wie groß ist der Einfluss des kremltreuen tschetschenischen Herrschers Ramzan Kadyrow außerhalb der Grenzen seines Landes?

Gerhard Mangott: Er ist in Ingutschetien außerordentlich stark gewesen, weil seine Strategie, den islamistischen Widerstand auszuschalten, dort als Erfolg angesehen wird. Es zeigt sich aber, dass selbst in Tschetschenien die Situation nicht so stabil ist, wie Kadyrow das immer wieder behauptet hat. Das schwächt ihn natürlich auch in Inguschetien. (flon/derStandard.at, 7.8.2009)

Kriegsgewinner

zchinvali033

Aus dem russisch-georgischen Krieg im August des letzten Jahres ist Russland als Gewinner hervorgegangen: Die sezessionistischen Regionen Abchasien und das südliche Ossetien sind für Georgien wohl dauerhaft verloren. Die georgische Führung um Mikheil Saakashvili ist in den meisten Staaten der EU, aber auch in den USA diskreditiert; zu unberechenbar, zu emotional, zu verantwortungslos hat sich Saakashvili erwiesen. Zuletzt ist Saakashvili’s Ansehen und Macht auch in Georgien selbst angeschlagen: durch seine umstrittene Rolle zu Beginn der militärischen Eskalation, aber auch durch die sozialen Verwerfungen und rechtsstaatlichen Missstände im Land. Zwar ist die Opposition fragmentiert und ohne einigende und charismatische Führungsfigur; es wird ihr auch nicht gelingen, Saakashvili zum Rücktritt zu zwingen; trotzdem aber kann sie den Handlungsspielraum Saakashvilis einengen.

Russland hat seine militärische Präsenz in Abchasien und Südossetien verstärkt; in beiden Regionen sind derzeit annähernd 8.000 Soldaten stationiert. Die Grenzsicherung wurde durch die Einheiten aus dem FSB übernommen; mit beiden Regionen hat Russland militärische Beistandspakte abgeschlossen.

Am sichtbarsten ist der ‚Sieg‘ Russlands aber in der Haltung der EU und der NATO. Beide haben die militärische Lage in Georgien zur Kenntnis genommen. Zwar wurden die Verhandlungen zwischen der EU und Russland über ein neues Rahmenabkommen für einige Wochen ausgesetzt; rasch aber wurden sie wieder aufgenommen, obwohl Russland seine militärischen Einheiten nicht auf Zahl und Stationierungsort vor Ausbruch des Konflikts zurückgezogen hatte; dies war aber ein wesentliches Element der von Frankreich ausgehandelten Waffenruhe vom 12. August gewesen. Zwar kommen die Verhandlungen über das Rahmenabkommen kaum voran; dies ist aber nicht dem ‚Augustkrieg‘ geschuldet, sondern Ausdruck zahlreicher Interessenunterschiede, die bereits vorher auszumachen gewesen waren.

Aber auch die Verhärtung zwischen der NATO und Russland ist einer pragmatischen Annäherung gewichen. Nach der militärischen Eskalation in Georgien hatte Russland die militärischen Beziehungen mit der NATO (zumindest offiziell) gänzlich eingestellt; das Bündnis selbst hatte die Konsultationen im Rahmen des NATO-Russland Rates ausgesetzt. Im vergangenen Mai hat sich die Allianz, wenn auch nicht einhellig, zur Abkehr von dieser Linie entschlossen. Deutschland und Frankreich sehen sich in ihrer Haltung auf dem NATO-Gipfel in Bukarest im April 2008 bestätigt, als sie die von den USA unterstützte Annäherung Georgiens an die NATO blockiert hatten. Die Mitgliedschaft Georgiens in der Allianz kann auf mittlere Sicht ausgeschlossen werden. Das Verhalten der EU und der NATO hat deutlich gemacht, dass beide abseits stehen, wenn ein drittes Land in eine militärische Auseinandersetzung mit Russland verwickelt ist. ‚Mourir pour Tbilissi‘ ist keine strategische Maxime der Russlandpolitik dieser Bündnisse.

Aber ungetrübt ist der Ausgang des Augustkrieges auch für Russland nicht. Die Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens und Südossetiens war ein strategischer Fehler. Russland hatte beide Regionen ohnehin kontrolliert; sie als Spielmasse im geostrategischen Wettbewerb einzusetzen, wäre ohne diesen Schritt leichter gewesen. Die beiden Regionen in die Unabhängigkeit zu begleiten, hat Russland in diplomatische Isolation geführt. Auch die engsten Alliierten Russlands – Belarus, Armenien und die zentralasiatischen Staaten – haben die Anerkennung verweigert; angesichts der sezessionistischen Konflikte in Tibet, Xinxiang und Taiwan war auch China dazu nicht bereit.

Zur Selbstisolation kommt aber auch das Risiko, die Erwartungen der abchasischen und der südossetischen Bevölkerung zu enttäuschen. Die Hoffnung auf einen raschen Wiederaufbau ist verflogen. Das ist zunächst sicherlich auf unfähige, korrupte und bisweilen kriminelle regionale politische Eliten zurückzuführen. Aber auch die finanzielle Unterstützung durch Russland ist zu gering, um die Kriegsschäden rasch zu beseitigen. Die russische Führung wird auch darauf achten müssen, bei den zunehmenden Konflikten innerhalb der Eliten dieser Regionen eine umsichtige Rolle einzunehmen; wie wenig Russland dazu fähig ist, zeigt es seit vielen Jahren im nördlichen Kaukasus.

Die südossetische Bevölkerung steht Russland näher, nicht zuletzt aufgrund der Landsleute im nordkaukasischen Ossetien. Die Abchasen aber sind gegenüber Russland misstrauisch; tief verankert sind die Erinnerungen an die Vertreibung der Abchasen durch die zaristischen Schergen in den kaukasischen Kriegen und die aggressive Ansiedlung von Russen und Georgiern; dadurch waren die Abchasen in ihrem eigenen Land zu einer kleinen Minderheit geworden. Die Osseten mögen ihre staatliche Unabhängigkeit als transitorischen Zustand verste-hen und den Anschluss an Russland anstreben. Die Abchasen werden auf ihrer staatlichen Selbständigkeit aber beharren, auch wenn dies zu Konflikten mit Russland führen sollte.

Russland hat den Krieg mit Georgien zu nutzen gewusst; der geostrategische Erfolg im südlichen Kaukasus und die Nachsicht der EU und der NATO sind eindrücklich. Das Ansehen Russlands aber ist gebrochen, das Misstrauen gegen die russische Führung stärker geworden; aber vielleicht denken die Machthaber in Moskau auch: ‚Mögen sie uns hassen, solange sie uns fürchten‘.

Dieser Text ist am 7. August 2009 in der Tageszeitung ‘Die Presse‘ erschienen.

Fotoquelle: http://www.allworldwars.com/Battle%20for%20the%20South%20Ossetia%20August%202008.html

… vr china kauft iran ..

Die Volksrepublik China setzt ihr strategisches Vordringen in den iranischen Öl- und Gassektor fort. Bereits im Jänner 2009 hatte die Chinesische Nationale Ölgesellschaft um 2 Mrd. USD (1,4 Mrd. Euro) die Entwicklungsrechte für das iranische North Azadegan Field erworben. Am 30. Juli hat die CNPC nun einen 70-Prozent-Anteil am South Azadegan Field erworben. In den beiden Feldern werden gesicherte Reserven von 33,2 Mrd. barrel Öl vermutet. Die Sanktionspolitik gegen den iranischen Öl- und Gassektor wird also weiterhin durch China – aber auch andere Staaten wie Oman – unterlaufen. Während europäische Unternehmen unter Druck der USA ihre Geschäftstätigkeit in Iran einstellen oder unterlassen, geht der Zugriff auf strategische Reserven an energertische Rivalen im globalen ökonomischen Wettbewerb verloren.

mangott_interview with belarusian ‘belgazeta’

Gerhard Mangott: “Für uns ist die Meinungsfreiheit wichtiger als die Staus auf den Straßen”

Viktor Martinowitsch

http://belgazeta.by/20090720.28/340010141/

Interview mit Alexander Lukaschenko österreichischen Tageszeitung Die Presse, in dem er erklärte, dass es keine Diktatur in Belarus, und versprechen, an die Macht zu bringen “jüngste” Sohn war ein Witz, ist um die Welt gereist.


Ein wesentlicher Teil des Interviews war gewidmet Demokratie. Insbesondere wurde die Behauptung aufgestellt, dass Belarus – ein demokratisches Land und seine Demokratie unterscheidet sich nicht von der Europäischen. Und es geht gegen den früheren These, die wir haben – ihre eigene, ursprüngliche, Demokratie. Der Präsident erklärte der österreichische Journalist Edward Steiner , dass wir nicht einmal Versammlungen verteilt und in den Beziehungen mit der Opposition Modus verhält sich genauso wie die Engländer, die bestimmt Hyde Park als Plattform für Proteste.

Offensichtlich im Moment gibt es zwei unterschiedliche Verständnis von Demokratie in Ländern wie Weißrussland und Russland auf der einen und Europa und die Vereinigten Staaten – auf der anderen. Ob Demokratie sein “Original” ? Ist die belarussische Modell ist nicht so sehr verschieden von der europäischen? Was schließlich ist das verdammte “Demokratie”? Und wenn der Diktator Lukaschenko? Für Antworten auf diese Fragen Kolumnist “BelGazeta” wandte sich an Professor für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck und dem österreichischen Salzburg Autor Doktorarbeit an der russischen als “defekte Demokratie” , Gerhard Mangott .

– Wie geht es Ihnen, ein Experte in der Interpretation von Demokratien ein Verständnis für das Konzept der Demokratie in der westlichen Politikwissenschaft zu definieren?

– Demokratie ist die Wahl gebunden. Die Menschen haben das Recht zu wählen und neu wählen ihre Vorsitzenden. Aber nur Wahlen sind nicht genug. Neben der Auswahl sollten die richtigen Leute haben die Wahl. Dies bedeutet, dass sie zwischen verschiedenen politischen Eliten Plattformen zu wählen.

Die Menschen brauchen, um zu sehen und zu hören, eine Alternative zu ihrer Wahl gerechtfertigt war. Dies bedeutet, dass es eine gut entwickelte Medien Struktur sein. Nur wenn die Medien vollständig und uneingeschränkt Informationen über alle Aspekte des Lebens, über die Aktionen der verschiedenen politischen Parteien und Gruppen zu schaffen, werden die Bürger in der Lage sein, sich bewusst an den Wahlen teilnehmen.

So, Demokratie besteht aus der Wahl, Auswahl-und Verfügbarkeitsinformationen, eine begründete Auswahl zu treffen. Diese drei Elemente – die wichtigsten.

Ich kann von einer anderen Komponente des westlichen Verständnis von Demokratie zu denken. Selbst wenn die Regierung stützt sich auf die Mehrheit im Parlament, hat es kein Recht auf Aktionen, die machen es schwieriger Opposition an die Macht kommen morgen. Beispielsweise ist völlig inakzeptabel Änderung Regierung oder Parlamentsmehrheit, die von der Regierung, die Wahlgesetzgebung geregelt.

WARUM WIR HABEN KEINE DEMOKRATIE

– Auf der Basis dieser theoretischen Rahmen, warum Sie denken, dass die Demokratie in Russland (und – ich nehme an – in Belarus) “Defekt” ?

– Da gibt es keine fairen Bedingungen für die Teilnahme an den Wahlen für alle politischen Parteien. Einige Parteien oder Kandidaten Unterstützung der Regierung, den Zugang zu administrativen Ressourcen bevorzugten Zugang zu den staatlich kontrollierten Medien. Praktisch keine unabhängigen Medien, vor allem Radio und TV. In beiden Ländern, Fernsehen und Radio sind staatlich kontrolliert – direkt oder indirekt durch die Unternehmen in der Nähe der Regierung und der Bevölkerung. Und wenn Sie nicht haben, freie Medien, wenn Sie nicht haben, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle politischen Parteien – und es gibt keine Wahl für Menschen, die nicht wissen, eine Alternative. Ich kann nicht sagen, dass in der westlichen Welt keine solchen Probleme haben. Aber in Ihren Ländern, sie sind kritisch.

Um Demokratie sinnvoll zu machen, muss es den politischen Eliten verantwortlich sein. Viele GUS-Staaten wie Russland oder Weißrussland, haben einfach nicht genug politisch verantwortlichen Eliten. Und das alles folgt aus der Tatsache, dass die Demokratie hat keine Wurzeln in der Gesellschaft. Wichtig für die Menschen zu erkennen, dass in einer Demokratie die Regierung verantwortlich für die Menschen sein. Wenn die Menschen nicht erwarten, dass ihre Macht solcher Haftung, wenn sie denken, dass sie keinerlei Einfluss auf Elektrowerkzeuge haben, oder dass die Regierung selbst weiß, was das Beste für die Menschen – dann, natürlich, Demokratie funktioniert nicht.

“Alle Antworten haben, Politikwissenschaft gegeben worden”

– In einem Interview mit Lukaschenko machte einige interessante Aussagen. Insbesondere, fragte er: “Wie zu demokratisieren? Wo ist die Norm? Vielleicht in Österreich kann in Deutschland, irgendwo anders? Jedes Land hat seine eigenen Standard. “ Ist es wahr, dass jedes Land einen eigenen Standard der Demokratie haben?

– Ich teile nicht die Ansicht von Lukaschenko. Es gibt Definitionen von Demokratie für alle Länder und Gemeinden aufgebracht. Heute können Sie nicht Fragen zu stellen “, wie man zu demokratisieren?” und “Was ist der demokratische Norm?” . Da alle Antworten haben, um Politikwissenschaft gegeben. Natürlich, für einige Länder ist schwierig, in dieser Weise zu bewegen – vielleicht zu Beginn sie mehr Probleme haben als andere: die Wirtschaft, die sozialen Dienste, der Mangel an verantwortlichen politischen Eliten. Für Sie, wird dieser Weg länger sein. Aber das bedeutet nicht, dass Sie entscheiden, was ist Demokratie. Kein Land kann entscheiden, was ist die Demokratie in seinem eigenen Verständnis. Denn wieder gibt es wissenschaftliche Definitionen von Demokratie in den westlichen Theorien der Politikwissenschaft.

“Demokratie – das ist nicht CALM”

– Zweites Versprechen Interview Die Presse , im Widerspruch zu der These, dass jede Demokratie – ein: “. Ich weiß nicht viel Unterschied zwischen Demokratie in Belarus und Europa sehen” , fragte Präsident: “Sind Sie der Ansicht, dass sie alle hier gehen ? und zittern vor Angst “ und folgerte: . “Wir haben Menschen leben ruhiger als in anderen europäischen Ländern” Ist Demokratie – Frieden ist?

– Er ist sicherlich richtig, dass die Situation in Weißrussland ist ruhig, viel ruhiger als in vielen Ländern der ehemaligen UdSSR. Aber es hat nichts mit der Qualität seiner politischen System zu tun. Nach dem Fall der Sowjetunion wählten Ihrem Land für sich ihre eigenen wirtschaftlichen Weg, der lange in einer sehr günstigen äußeren Bedingungen, vordefinierte niedrige Preise für russische Energie gegeben hat.

Was den Vergleich auf der Grundlage der Stabilität von Belarus mit den westlichen Demokratien ist die Ruhe nicht immer, Demokratie. Im Gegensatz dazu ist in Ländern, wo es Proteste, in denen es einen Wettbewerb zwischen den verschiedenen politischen Gruppen und Plattformen, mehr Demokratie. Demokratie – ist nicht zu beruhigen. Demokratie – ist nicht aufzuhalten Debatte darüber, was das Beste für das Land und die Gesellschaft. Und ich denke, dass ist einfach nicht genug in der heutigen Belarus. In einer alternativen Sicht gibt es keine Chance, Klang. Da es keine Freiheit für notwendig. Es gibt keine unabhängigen Medien, keine politische Opposition, die Teilnahme an Diskussionen. Auch Lukaschenko selbst wurde gezwungen, in einem Interview zugeben, dass die Menschen aus der Opposition wurden festgenommen.

Aber dies ist nicht der Fall, weil sie nur schikaniert. Sie gingen auf die Straße, weil sie einen anderen Blick auf die Entwicklung des Landes und der Wirtschaft.

“Technisch gesehen, sind sie wirklich Kriminelle”

– Dies bringt uns zu einem sehr interessanten Thema – einen politischen Gefangenen. Lukaschenko besteht darauf, dass sie – und gewöhnliche Kriminelle “Audio-und Video von all dem haben, und es passiert in der Öffentlichkeit auf den Straßen von Minsk” . Und was interessant ist: wenn das Strafgesetzbuch verbietet die unberechtigte Proteste in den Straßen, ist es richtig, die Menschen, die den Kodex verstoßen haben rufen, “politisch”?

– Sie sind in der Formulierung des Problems absolut richtig. Wenn die Regierung oder das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das jede Opposition gegen extremistische Tätigkeit der Auffassung, die Verletzung dieses Gesetzes ist wirklich ein gewöhnliches Verbrechen. Technisch gesehen, sind sie wirklich Kriminellen. Aber das Ganze ist, was das Strafrecht – ist undemokratisch. Die Sache, die nicht sagt Lukaschenko – Weißrussland hat Gesetze, die den europäischen Anforderungen nicht erfüllen. Sehr einfach anrufen jede Opposition Schwerverbrecher, wenn Sie irgendeine Opposition Tätigkeit als Straftat zu definieren. So, das Rechtssystem, die in Ihrem Land vorhanden ist, nicht nur nicht unseren Vorstellungen von Demokratie, sondern auch unser Verständnis der Rechtsstaatlichkeit entsprechen.

– Lukaschenko sagt, “Wir haben keine Demonstrationen zu verbieten, absolut. Aber das ist natürlich, wenn Sie in den österreichischen Bundesregierung Vorschläge kommen in einer Demonstration “ . Ihm zufolge sollten die Oppositionsmärschen Routen koordiniert werden, damit die Mitglieder nicht die Rechte anderer verletzt, nicht einen Stau nicht schaffen …

– Für uns ist die Meinungsfreiheit wichtiger als die Staus auf den Straßen. In einer Demokratie müssen Sie die Tatsache, dass es unterschiedliche Standpunkte zu akzeptieren, und jeder Bürger hat das Recht, seine Meinung zum Ausdruck bringen, um Interviews zu TV zu geben, um Artikel zu schreiben, Gewerkschaften zu bilden, auf die Straße gehen. Dieses System ist garantiert! Damit erklären, dass sie die Rechte anderer verletzt – ist es, das Wesen der Demokratie zu verweigern.

In einer Demokratie gibt es keine solche Sache wie eine “Einheit der Gesellschaft” . Wo “Einheit” – es gibt keine Demokratie. In einer Demokratie – set gleiche Winkel. Die einzige Sache, die nicht gefährdet werden sollte – die körperliche Sicherheit anderer. Aber die Schaffung Staus und machen für andere Gruppen von Bürgern natürlich das Leben schwer! Nach allem, wenn die Regierung nimmt jede Entscheidung – er “schiebt” die Rechte bestimmter Gruppen. In einer Demokratie hat die Regierung nicht mehr Autorität als Individuen. Dieser Teil des Spiels.

“Das ist nicht eine Diktatur”

– Der Präsident sagte, dass die Diktatur in Belarus ist unmöglich, weil “wir uns schon vor langer Zeit gebrochen worden sind” , weil wir haben Atomwaffen …

– Weder autoritären Führer bestimmt, sich selbst als Diktator. Denke, es ist besser, die Leute fragen, was sie über ihre Regierung denken. Ich glaube nicht, dass die Reaktion des Westens könnte etwas über Demokratie in Belarus sprechen. Es gibt viele diktatorische Regime, die noch nicht “gebrochen” , weil gleichgültig gegenüber allen.

– Wie würden Sie den Charakter der belarussische Regime persönlich definiert?

– Aus der Sicht der Politikwissenschaft, würde ich sagen, dass es eine starke autoritäre Regime. Dies ist keine Diktatur, weil viele Komponenten sind keine Diktatur. Und natürlich ist dies nicht Totalitarismus, weil weder ein noch größere Anzahl von Totalitarismus. Aber die Natur des Regimes durchaus autoritär, weil keine Verantwortung für die Menschen der Eliten, keine Meinungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, haben die Menschen keine Wahl bei der Wahl.


REFERENCE “BelGazeta.” Gerhard Mangott wurde 1966 geboren. 1984 89gg. Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Slawistik an den Universitäten Innsbruck und Salzburg. Im Jahr 1989. erhielt einen Master of Political Science, mit einer Arbeit “Perestroika. Wie die Sowjetunion zu reformieren? “. Im Jahr 2001. verteidigte seine Doktorarbeit über “russische Demokratie als Defekte. Einschränkungen der liberalen Freiheiten und Verfassungsrecht in Russlands Politik. ” Seit 2002. – Professor für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Wissenschaftliche Berater des Österreichischen Instituts für Internationale Beziehungen. Lehrbeauftragter der Fachhochschule (Wien). Stark in der Presse und im österreichischen Fernsehen auf Russland, Weißrussland und der ehemaligen Sowjetunion befürwortet.

gas aus turkmenistan. überlegungen

turkmenistan-gas

Gaslieferungen aus Turkmenistan sind ohne massive Investitionen in die Exploration und die Entwicklung neuer Gasfelder, die Modernisierung der Fördertechnologie und des Leitungsnetzes und Investitionen in das Humankapital und die Transportinfrastruktur nicht nachhaltig zu sichern. Darin liegt ein erheblicher (verdeckter) Kostenfaktor im Gasgeschäft mit Turkmenistan. Die VR China ist zu dieser umfassenden Geschäftsbeziehung mit Turkmenistan bereit; Russland hat dieses Konzept erfolgreich in Usbekistan umgesetzt.

Ein weiterer entscheidender Faktor im Gasgeschäft mit Turkmenistan sind Dauer der Gaslieferverträge und die eingesetzte Preisformel: Im sowjetisch-europäischen Gashandel waren beide Vertragsparteien an langfristigen Geschäftsbeziehungen interessiert. Die europäischen Staaten strebten nach langfristiger Versorgungssicherheit, die Sowjetunion nach garantierten Absatzmärkten, weil der Bau der Gasleitungen hohe finanzielle Investitionen erfordert hatte, die es zu amortisieren galt. Die Gaslieferbeziehungen Turkmenistans mit seinen Kunden – insbesondere mit der EU – werden andere sein, denn in diesem Fall bauen die Konsumenten die Lieferleitungen bis an die Landesgrenzen des Versorgers, d.h. sehr nahe an die Förderstätten. Der Kostenaufwand des Produzenten für die Exportleitungen ist also sehr gering. Das erlaubt dem Produzenten mehr Flexibilität hinsichtlich der Vertragsdauer, da der Amortisierungsdruck gering ist.

Dazu kommt ein zusätzlicher entscheidender Faktor: die Sowjetunion und bislang Russland konzentrierten sich auf einen geografischen Absatzraum – Europa – und errichteten die Exportinfrastruktur von den Lagerstätten ausschließlich nach Europa. Die zentralasiatischen Förderländer, allen voran Turkmenistan, bauen Exporttrassen in unterschiedliche Regionen – Russland, VR China, Iran, Afghanistan-Pakistan-Indien, Türkei, EU. Dadurch erhalten diese Gasförderländer eine hohe Diversifizierungsfähigkeit, die sich wiederum auf die Dauer der Gaslieferverträge, aber auch auf die Preisgestaltung auswirken kann. Tendenziell kann daher von einer strukturellen Verteuerung der Gaslieferungen und von einer kurzfristigeren Liefergarantie ausgegangen werden.

Foto: http://www.asianews.it/index.php?l=en&art=10806