{"id":890,"date":"2009-01-19T21:13:51","date_gmt":"2009-01-19T20:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=890"},"modified":"2009-01-19T21:49:52","modified_gmt":"2009-01-19T20:49:52","slug":"gasdurchbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=890","title":{"rendered":"&#8230; gasdurchbruch &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"padding-right: 5px;\" src=\"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/naftogaz.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"96\" \/>Mit der Unterzeichnung des Gasliefervertrages zwischen Gazprom und Naftogaz Ukrainy kann russl\u00e4ndisches Erdgas wieder zu seinen Abnehmern in der EU und dem Westbalkan geliefert werden. Dies stellt einen beachtlichen Erfolg der Ukraine dar, denn es ist gelungen, die von Russland geforderte Entkoppelung des Gastransits in die EU von den bilateralen Gasgesch\u00e4ften zwischen der Ukraine und Russland zu blockieren. Rasch war in den letzten Tagen klar geworden, dass der Gasstreit nur durch eine Paketl\u00f6sung, wie sie heute erfolgt ist, beendet werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Einfrieren der Gastransitkosten bis 2010 war an sich bereits 2006 vertraglich festgelegt worden \u2013 allerdings war dieses Abkommen durch ein willf\u00e4hriges Gericht in Kiiv  aufgehoben worden; jetzt ist es also noch einmal festgeschrieben worden. Die Ukraine hat nun akzeptiert, bereits 2010 die gleichen Preise f\u00fcr russl\u00e4ndisches Erdgas zu bezahlen, wie die Abnehmer in der EU. Vor dem Gasstreit hatte Russland dies von der Ukraine erst f\u00fcr 2011 abverlangt.  Nun gut. Unklar ist noch, was &#8216;europ\u00e4ische Preise&#8217; sind &#8211; denn die sind in den einzelnen Abnehmerstaaten durchaus unterschiedlich. Daher ist es auch schwer zu sagen, wieviel die Ukraine tats\u00e4chlich bezahlen wird m\u00fcssen. Aber auch hier ist zu vermuten, dass der Jahresdurchschnittspreis sich ungef\u00e4hr dort bewegen wird, worauf sich Putin und Timoshenko bereits im Oktober 2008 geeinigt hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist jedenfalls zu hoffen, dass die Preisformel des nun unterzeichneten Vertrages tats\u00e4chlich belastbar sein wird. Vertr\u00e4ge in dieser rechtsfreien Region werden allerdings nicht immer als bindend betrachtet. Der Ukraine bleibt jedenfalls solange ein immenses Erpressungspotential gegen\u00fcber Russland, solange 78 Prozent des russl\u00e4ndischen Gasexports \u00fcber das ukrainische Leitungsnetz abgewickelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grunds\u00e4tzlich positiv ist der Umstand, dass der Vertrag eine Laufzeit von 10 Jahren haben soll. Damit k\u00f6nnte die unselige Praxis zu Ende gehen, nur einj\u00e4hrige Liefervertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen, die genau in der hochwinterlichen Zeit auslaufen. Gut auch, dass der Zwischenh\u00e4ndler RosUkrEnergo ausgeschaltet wird. Auch darauf hatten sich Putin und Timo\u0161enko bereits im Oktober 2008 verst\u00e4ndigt. Nachdem den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Ju\u0161\u010denko mit diesem Unternehmen \u2013 nun, wie nennen wir es \u2013 eintr\u00e4gliche Bande verbinden, hatte er das Oktoberabkommen untergraben und einen Verhandlungsabschluss am 31. Dezember 2008 abgeblockt. Es bleibt abzuwarten, wie die Detailregelungen tats\u00e4chlich aussehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Offen ist derzeit auch, ob das Gasvolumen, das Gazprom direkt an ukrainische Endkunden vermarkten darf, angehoben wurde. Offen ist auch, ob sich Naftogaz und Gazprom darauf verst\u00e4ndigt haben, wie die Zahlungen f\u00fcr das gelieferte Gas und die Transitgeb\u00fchren abgewickelt werden. \u00dcbrigens wurde die Forderung Gazproms nach P\u00f6nalezahlungen an die Ukraine von 610 Millionen USD heute nicht mehr erw\u00e4hnt; ganz zu schweigen von den Schadensersatzzahlungen, die beide voneinander gefordert hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">n den gro\u00dfen Linien wurde heute ein Vertrag unterzeichnet, der bereits im Oktober 2008 zwischen Putin und Timo\u0161enko vereinbart worden war und am 31.12.2008 auch zur Unterzeichnung vorgelegen war. Blockiert wurde der Vertragsabschluss damals von Viktor Ju\u0161\u010denko. F\u00fcr ihn brechen jetzt wohl eher kalte Zeiten an, auch wenn nun auch die Ukraine wieder Gas erhalten wird. Aber in der\u00a0 Yuri Kotsyubynsky Stra\u00dfe 10 in Kiiv wird er sicher immer ein warmes Zimmerchen finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kommentar wurde am 19. J\u00e4nner 2009 auch als &#8216;Fremde Feder: Paketl\u00f6sung im Gasstreit&#8217; auf www.derstandard.at ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Unterzeichnung des Gasliefervertrages zwischen Gazprom und Naftogaz Ukrainy kann russl\u00e4ndisches Erdgas wieder zu seinen Abnehmern in der EU und dem Westbalkan geliefert werden. 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