{"id":4974,"date":"2022-09-09T16:47:24","date_gmt":"2022-09-09T14:47:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=4974"},"modified":"2022-09-09T16:47:24","modified_gmt":"2022-09-09T14:47:24","slug":"militarmanover-in-russlands-osten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=4974","title":{"rendered":"Milit\u00e4rman\u00f6ver in Russlands Osten"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p>Vostok 2022 \u2013 die Milit\u00e4r\u00fcbung Russlands im Wehrbezirk Osten (Vostok), die am 1. September begonnen hatte, ist gestern zu Ende gegangen. Nach offiziellen russischen Angaben haben daran 50.000 Soldaten teilgenommen. Im Einsatz waren demnach auch 140 Flugzeuge und 60 Kriegsschiffe. Milit\u00e4rbeobachter zweifeln aber, dass derart viele Soldaten an dem Man\u00f6ver teilgenommen haben. Sie gehen davon aus, dass nicht mehr als 15.000 Soldaten aktiv in den Milit\u00e4r\u00fcbungen involviert waren.<\/p>\n<p>Die \u00dcbung im Milit\u00e4rbezirk Osten findet alle vier Jahre statt. Im Vergleich zum Milit\u00e4rman\u00f6ver im Jahr 2018 waren dieses Mal selbst nach offiziellen Angaben deutlich weniger Soldaten beteiligt, auch wenn die damalige offizielle Zahl von 300.000 Soldaten wohl deutlich \u00fcbertrieben gewesen war. Tats\u00e4chlich waren es damals wohl an die 100.000 Man\u00f6verteilnehmer gewesen. F\u00fcr ein derart gro\u00dfes Man\u00f6ver fehlen Russland derzeit die Soldaten. Gro\u00dfe Truppenkontingente k\u00e4mpfen in der Ukraine \u2013 darunter auch viele Soldaten aus dem \u00f6stlichen Milit\u00e4rbezirk. Trotzdem wollte die russische F\u00fchrung mit der Milit\u00e4r\u00fcbung demonstrieren, dass Russland trotz des Krieges in der Ukraine in der Lage ist, milit\u00e4rische Gro\u00dfman\u00f6ver durchzuf\u00fchren. Man\u00f6verschaupl\u00e4tze waren Sibirien, der russische Ferne Osten, das Meer von Ochotsk und das Japanische Meer.<\/p>\n<p>Politisch wichtig war auch die neuerliche Teilnahme von Soldaten aus China und aus Indien (wenn die Zahl der teilnehmenden Soldaten aus Indien auch angeblich unter 100 Soldaten gelegen sei). Auch andere, kleinere L\u00e4nder haben Soldaten in dieses Man\u00f6ver geschickt; insgesamt waren neben Russland 13 L\u00e4nder an der \u00dcbung durch Teilnehmer oder Beobachter beteiligt. Darunter waren auch die Mitglieder des von Russland angef\u00fchrten Milit\u00e4rb\u00fcndnisses ODKB aus.<\/p>\n<p>China, aber auch Indien sind derzeit wohl die wichtigsten Partnerstaaten Russlands. Deren Teilnahme an der \u00dcbung sollte auch demonstrieren, dass Russland zwar durch den kollektiven Westen, nicht aber global isoliert ist. Die neuerliche Teilnahme Chinas demonstriert auch, dass die milit\u00e4rische Zusammenarbeit mit Russland ungebrochen ist. Chinesische Truppen sch\u00e4tzen zudem das Training mit kampferfahrenen russischen Soldaten. Trotzdem aber hat China keinerlei milit\u00e4rische G\u00fcter f\u00fcr den russischen Krieg in der Ukraine bereitgestellt. Auch Hochtechnologielieferungen f\u00fcr die russische R\u00fcstungsindustrie, die auf westliche Komponenten verzichten muss, sind wohl nur beschr\u00e4nkt erfolgt. Chinesische Unternehmen f\u00fcrchten Sekund\u00e4rsanktionen sollten sie vom Westen sanktionierte G\u00fcter nach Russland liefern. Der nordamerikanische und der europ\u00e4ische Markt sind f\u00fcr China wesentlich wichtiger als der russische. Das zeigt auch, dass die, von Putin und Xi im Februar 2022 beschworene, \u201ePartnerschaft ohne Grenzen\u201c eben doch ihre Grenzen hat.<\/p>\n<p>Russische und chinesische Schiffe haben ihre \u00dcbungen im Japanischen Meer durchgef\u00fchrt. Die japanische Regierung hatte vorher darauf gedr\u00e4ngt, dass die zwischen Russland und Japan umstrittene Inselkette der s\u00fcdlichen Kurilen (in Japan \u201en\u00f6rdliche Territorien\u201c genannt) nicht in das Man\u00f6ver einbezogen werden sollten. Nat\u00fcrlich hat die russische F\u00fchrung das abgelehnt. Es wurde, ganz im Gegenteil, w\u00e4hrend der Milit\u00e4r\u00fcbung im Japanischen Meer auch ein feindlicher Angriff auf die s\u00fcdlichen Kurilen bek\u00e4mpft und abgewehrt.<\/p>\n<p>Wie \u00fcblich wohnte dem Man\u00f6ver am letzten \u00dcbungstag auch der russische Pr\u00e4sident teil. Das russische Staatsfernsehen zeigt Putin dabei mit Verteidigungsminister \u0160ojgu und dem Chef des Generalstabes Gerasimov auf einem Kommandoposten des Man\u00f6vers. Ger\u00fcchte meinen, die Beziehungen zu diesen beiden milit\u00e4risch Hauptverantwortlichen des Ukrainekrieges seien mittlerweile gest\u00f6rt. Putin hatte sich einen schnellen Erfolg in diesem Krieg erwartet. Beobachter meinen, beide seien nur deshalb noch auf ihren Posten, weil deren Absetzung signalisieren w\u00fcrde, dass bei den K\u00e4mpfen in der Ukraine, anders als immer behauptet, doch nicht alles \u201enach Plan\u201c verlaufe.<\/p>\n<p>Umstritten bleibt wie bei allen Man\u00f6vern, ob diese \u00dcbungen mehr milit\u00e4rischen Nutzen hatten oder doch vielmehr geopolitische Signale aussenden sollen. Das \u2013 in dieser Hinsicht nat\u00fcrlich nicht neutrale &#8211; britische Verteidigungsministerium verlautete jedenfalls, solche Gro\u00dfman\u00f6ver w\u00fcrden die russischen Streitkr\u00e4fte nicht ausreichend bef\u00e4higen, komplexe milit\u00e4rische Operationen durchzuf\u00fchren, wie sich das eben im Krieg gegen die Ukraine zeige.<\/p>\n<p><em style=\"font-size: revert; color: initial; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif;\">Dieser Text erschien als Kommentar auf focus.de am 9.9.2022 (https:\/\/www.focus.de\/politik\/ausland\/ukraine-krise\/china-macht-bei-mega-manoever-vostok-22-mit-dabei-broeckelt-allianz-putin-xi_id_143490999.html)<\/em><\/p>\n<p><em>https:\/\/www.dw.com\/en\/vostok-2022-russian-military-joined-by-allies-in-major-drills\/a-62987000<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":4977,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-4974","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-russia"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4974"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4974\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4985,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4974\/revisions\/4985"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}