{"id":3969,"date":"2016-10-13T16:07:46","date_gmt":"2016-10-13T14:07:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=3969"},"modified":"2016-10-13T17:37:01","modified_gmt":"2016-10-13T15:37:01","slug":"mein-wissenschaftsverstandnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=3969","title":{"rendered":"Mein Wissenschaftsverst\u00e4ndnis: Eine kleine Handreichung."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Erlauben Sie mir, diese Plattform diesmal zu n\u00fctzen, um mein pers\u00f6nliches Wissenschaftsverst\u00e4ndnis zu erkl\u00e4ren: Ich arbeite theoriegeleitet empirisch-analytisch. Ich m\u00f6chte meinen Forschungsgegenstand beschreiben, analysieren,\u00a0kategorisieren und prognostizieren. Mir liegt es aber fern, Bewertungen abzugeben oder Handlungsanleitungen (f\u00fcr die politische Praxis) zu bieten. Nat\u00fcrlich ist mir die erkenntnistheoretische Debatte gegenw\u00e4rtig und daher nehme ich auch implizite Werturteile vor, allein schon dadurch, dass ich bestimmten\u00a0Themen Beachtung schenke und anderen nicht. Ich behaupte nicht, wissenschaftliche Forschung k\u00f6nnte v\u00f6llig objektiv sein. Trotzdem bem\u00fche ich mich so gut wie m\u00f6glich, den Bewertungsaspekt aus meiner Forschung auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Russland im \u00f6stlichen Aleppo durch den Einsatz von Phosphorbomben, Splitterbomben und bunkerbrechenden Waffen gegen Zivilisten Kriegsverbrechen begeht, dann konstatiere ich, dass Kriegsverbrechen begangen wurden. Als Wissenschaftler erlaube ich mir dar\u00fcber aber keine Emp\u00f6rung und schon gar nicht, zu skizzieren, wie gegen diese Kriegsverbrechen vorgegangen werden sollte (sondern nur wie dagegen vorgegangen werden k\u00f6nnte). Als Wissenschaftler will ich nicht zum Aktivisten werden, der Partei ergreift und die Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern will. Viele Bilder entsetzen mich als Mensch, aber das hat in meiner Arbeit als Wissenschaftler nichts verloren,. Viele meiner Kollegen sehen das anders und haben ein anderes Wissenschaftsverst\u00e4ndnis. Die meisten Journalisten auch. Das ist das gute Recht eines jeden. Aber es ist eben nicht mein Wissenschaftsverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe dies nieder, weil mir immer wieder vorgeworfen wird, bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen nicht zu verurteilen, keine Empathie zu zeigen und k\u00fchl und sachlich zu bleiben. Diese kurze, skizzenhafte Erkl\u00e4rung soll meinen Kritikern Verst\u00e4ndnishilfe bieten und meinen Lesern klar machen, wie ich meine Arbeit verstehe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erlauben Sie mir, diese Plattform diesmal zu n\u00fctzen, um mein pers\u00f6nliches Wissenschaftsverst\u00e4ndnis zu erkl\u00e4ren: Ich arbeite theoriegeleitet empirisch-analytisch. Ich m\u00f6chte meinen Forschungsgegenstand beschreiben, analysieren,\u00a0kategorisieren und prognostizieren. Mir liegt es aber fern, Bewertungen abzugeben oder Handlungsanleitungen (f\u00fcr die politische Praxis) zu bieten. 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