{"id":266,"date":"2008-03-29T13:06:07","date_gmt":"2008-03-29T12:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=266"},"modified":"2014-05-01T15:31:04","modified_gmt":"2014-05-01T13:31:04","slug":"zwietracht-oder-die-freiheit-des-wortes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=266","title":{"rendered":"Zwietracht oder die Freiheit des Wortes"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"..\/wp-content\/uploads\/fitna.jpg\" alt=\"fitna.jpg\" width=\"313\" height=\"130\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fitna ist ein suggestiver dokumentarischer Kurzfilm &#8211; aus welcher Motivlage auch immer Geert Wilders ihn produziert hat. Das ist zun\u00e4chst v\u00f6llig unerheblich. Wilders&#8217; Motive und Absichten sind deutlich weniger wichtig, als die Debatte \u00fcber den Inhalt des Filmes und \u00fcber den Umgang mit dem Film. Alles was Wilders zeigt, ist passiert &#8211; die Filmsequenzen zeigen Greueltaten des politischen Islam, die unter Berufung auf den Koran passier(t)en. Die Gewaltneigung politisierter islamischer Glaubens\u00fcberzeugungen ist ein offensichtliches Ph\u00e4nomen der vergangenen Jahre. Wilders dokumentiert, verdichtet, deutet, suggeriert, mobilisiert. Aber keine dieser Gewalttaten ist erfunden. Diese Morde sind passiert, die gewaltt\u00e4tige religi\u00f6se Mobilisierung liegt vor und sie ist kein Randph\u00e4nomen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Relevanz des Kurzfilms zeigt sich daran, ob ihm mit Debatten geantwortet wird oder mit vorauseilenden Distanzierungen, mit fanatischen Demonstrationen, Morddrohungen und Gewaltanwendung. Ist es nicht geradezu fatal, dass &#8211; wie im Fall der d\u00e4nischen Mohammed-Karikaturen &#8211; in den Kritikern des Islam die Verantwortlichen f\u00fcr die Gewaltausbr\u00fcche fanatisierter Muslime in vielen muslimischen L\u00e4ndern gesehen werden und nicht bei den Gewaltt\u00e4tern selbst. Ist die perzipierte oder tats\u00e4chliche Beleidigung einer Religion der Freibrief f\u00fcr religi\u00f6se Gewalt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eigentliche Problem sind doch Menschen, deren Identit\u00e4t sich nur auf Religionen zu st\u00fctzen vermag. Wenn diese Menschen argumentativ, polemisch oder zynisch in ihren Glaubens\u00fcberzeugungen herausgefordert werden, reagieren viele gewaltt\u00e4tig weil die Unf\u00e4higkeit zur rationalen Distanz emotionaler Schockiertheit und Irritation Bahn bricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wilders wird vorgeworfen, mit \u201aFitna\u2018 gewaltt\u00e4tigen Protest muslimischer Gemeinschaften geradezu zu provozieren. Aber hat Wilders nun ein m\u00f6gliches Verhalten \u2013 erwartete islami(sti)sche Proteste &#8211; verursacht, angestiftet oder hat er nur eine Geisteshaltung sichtbar gemacht? Warum akzeptieren derart viele, dass Glaubens\u00fcberzeugungen sich der polemischen, suggestiven, politischen, intellektuellen Kritik entziehen d\u00fcrfen. Warum wird die Kritik des Islam zunehmend als verwerflich, unzul\u00e4ssig und riskant angesehen? Liegt darin nicht eine vorauseilende Unterwerfungshaltung, die verharmlost, sich andient, sich beugt. Warum verweigern liberale Demokratien entschlossene Gegenwehr gegen fundamentalistische, islamistische Verweigerungshaltungen gegen\u00fcber humanistischen Grundwerten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der relevante Aspekt der Debatte \u00fcber &#8216;Fitna&#8217; ist meiner Ansicht, die Angst, antiislamische Agitation zuzulassen. Manipulation, Beugung, Verdichtung, T\u00e4uschung und L\u00fcge sind doch st\u00e4ndige Elemente unserer kommunikativen Wirklichkeit. Bemerkenswert ist doch, dass eine verletzende, verleumderische und provozierende Kritik des Islam &#8211; was &#8216;Fitna&#8217; meiner Ansicht nach nicht ist &#8211; nicht mehr m\u00f6glich zu sein scheint.\u00a0 Es entsteht offensichtlich ein Einvernehmen, dass die Provokation der Muslime und ihrer Religion nicht stattfinden darf, unzul\u00e4ssig ist. Provokation und Beleidigung, die zurecht eine integratives Merkmal einer liberalen Diskussionsgesellschaft sein d\u00fcrfen, sind nicht mehr l\u00e4nger zul\u00e4ssig, wenn der Islam Gegenstand derselben sind. Die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist die Angst. Angst vor der Reaktion gewaltbereiter und fanatischer Muslime.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Haltung der niederl\u00e4ndischen Regierung ist erb\u00e4rmlich \u2013 wie eben jene der Europ\u00e4ischen Union. Skandal\u00f6s ist die Haltung Balkenende\u2019s, in seiner offiziellen Funktion als Ministerpr\u00e4sident im niederl\u00e4ndischen Fernsehen umgehend eine Distanzierung von Wilders\u2018 Kurzfilm vorzunehmen. Wie kommen Regierungen eigentlich dazu, Meinungen ihrer B\u00fcrger zu verurteilen? Werden damit nicht Grenzen \u00fcberschritten, die Meinungsfreiheit eingegrenzt und beschnitten? Wird da nicht letztlich sichtbar, dass europ\u00e4ische Regierungen aus Angst vor islamistischer Gewalt beginnen, die Grundrechte ihrer eigenen B\u00fcrger zu beschneiden? Die d\u00e4nische Regierung unter Rasmussen hat diesen Kniefall vor dem gewaltbereiten politischen Islam nicht gemacht.Balkenende sollte vielmehr sich selbst und seine Regierung verurteilen, wie wenig sie sich um den Schutz von Ayan Hirsi Ali \u2013 der antiislamistischen Frauenrechtlerin \u2013 gek\u00fcmmert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Balkenende meint, &#8216;Fitna&#8217; wolle verletzen. Wen? Die Attent\u00e4ter von New York, Madrid, London, Bali, Djerba? Die islamistischen Hassprediger, die Steiniger und Schwulenhenker im Iran, die Enthaupter im Irak, die Genitalverst\u00fcmmeler im Sudan, die Erdolcher in Amsterdam?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Angst vor der Gewalt als Reaktion auf die Provokation dazu f\u00fchrt, die Provokation zu verbieten, hat Wilders mit &#8216;Fitna&#8217; recht gehabt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fitna ist ein suggestiver dokumentarischer Kurzfilm &#8211; aus welcher Motivlage auch immer Geert Wilders ihn produziert hat. Das ist zun\u00e4chst v\u00f6llig unerheblich. Wilders&#8217; Motive und Absichten sind deutlich weniger wichtig, als die Debatte \u00fcber den Inhalt des Filmes und \u00fcber den Umgang mit dem Film. 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