{"id":2363,"date":"2012-02-16T16:01:47","date_gmt":"2012-02-16T15:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=2363"},"modified":"2012-03-18T18:32:14","modified_gmt":"2012-03-18T17:32:14","slug":"nabucco-ist-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=2363","title":{"rendered":"nabucco ist tot!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/pipeline_2_standard_kommentar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-859\" style=\"padding-right: 12px;\" title=\"Winter Alyeska Pipeline\" src=\"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/pipeline_2_standard_kommentar.jpg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/pipeline_2_standard_kommentar.jpg 468w, https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/pipeline_2_standard_kommentar-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a>Das Gasleitungsprojekt Nabucco wird in der bisherigen Form nicht mehr verwirklicht werden. Nabucco sollte als strategisches Leitungsprojekt mit einem Transportvolumen von 31 Mrd.m3 Erdgas\/Jahr\u00a0 die Lieferanten von Erdgas f\u00fcr den EU-Markt und das Importleitungsnetz diversifizieren. <em>Signifikante<\/em> Mengen von Erdgas sollten aus dem <em>Kaspischen Raum und dem Mittleren Osten<\/em> importiert werden. \u00dcberdies sollte dieses Erdgas in M\u00e4rkte transportiert werden, die sehr stark\/v\u00f6llig von russl\u00e4ndischem Erdgas abh\u00e4ngig sind. Als Leitungsvorhaben, das diese Ziele verwirklichen will, ist Nabucco gescheitert. Dem Konsortium ist es nicht gelungen, dieses Projekt zu finanzieren und ausreichende Gasliefervertr\u00e4ge abzuschlie\u00dfen. Mit der Einigung zwischen Azerbaijan und der T\u00fcrkei im Dezember 2011, eine neue, zumindest zun\u00e4chst auf 16 Mrd.m3\/Jahr begrenzte, Leitung von der t\u00fcrkisch-georgischen zur t\u00fcrkisch-bulgarischen Grenze zu bauen, soll das durch die Erschlie\u00dfung von Shah Deniz II ab 2017 entstehende azerbaijanische Exportvolumen von 16 Mrd.m3\/Jahr transportiert werden. 6 Mrd.m3\/Jahr sind davon f\u00fcr die T\u00fcrkei vorgesehen; 10 Mrd.m3\/Jahr k\u00f6nnen auf den EU-Markt transportiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Nabucco-Konsortium k\u00f6nnte dieses Volumen an der t\u00fcrkisch-bulgarischen Grenze \u00fcbernehmen und \u00fcber eine kleiner dimensionierte und wesentlich billigere &#8216;Nabucco-light&#8217; oder &#8216;Nabucco-West&#8217; \u00fcber Bulgarien, Rum\u00e4nien und Ungarn nach \u00d6sterreich leiten. Die niedrigeren Kosten w\u00e4ren f\u00fcr einige Unternehmen des Konsortiums dringlich geboten; insbesondere f\u00fcr die deutsche RWE, die am Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie finanziell &#8216;leidet&#8217;. &#8216;Nabucco light&#8217; hat aber strategisch nichts mehr mit den bisher mit Nabucco verfolgten Absichten zu tun. Dar\u00fcber hinaus ist keineswegs sicher, dass die Unternehmen des Nabucco-Konsortiums sich den Zugriff auf diese 10 Mrd. m3\/Jahr sichern k\u00f6nnen. Darum bem\u00fchen sich auch die Leitungsprojekte TAP, ITGI und SEEP &#8211; alle mit kompetitiven Vorteilen und Nachteilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abzuwarten bleibt, ob sich die Nabucco-Konsortialpartner (oder einige von ihnen) an dem Leitungsprojekt TANAP beteiligen werden. 80 Prozent der Anteile von TANAP werden derzeit vom azerbaijanischen Unternehmen Socar gehalten, 20 Prozent von der t\u00fcrkischen Botas (die auch dem Nabucco-Konsortium angeh\u00f6rt). Socar hat wiederholt erkl\u00e4rt, andere Unternehmen k\u00f6nnten sich an dem Vorhaben beteiligen; die Frage ist nur, zu welchen Konditionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittelfristig ist nat\u00fcrlich eine Erweiterung des Transportvolumens\u00a0 der TANAP denkbar: Azerbaijan erschlie\u00dft \u00fcber Shah Deniz hinaus noch andere gro\u00dfe Gasfelder: unter der Leitung des franz\u00f6sischen Unternehmens Total wird das Feld Absheron entwickelt und soll 2021 in Produktion gehen. M\u00f6glicherweise wird es in einigen Jahren auch gelingen, Turkmenistan an diesen Transportkorridor anzuschlie\u00dfen; vielleicht auch Kurdistan. Wie der europ\u00e4ische und der globale Gasmarkt in 2020 aussehen wird, wird dann dar\u00fcber entscheiden, ob eine strategische Variante &#8216;Nabucco 2.0&#8217; nicht doch noch verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Foto: http:\/\/www.alaska-in-pictures.com\/data\/media\/17\/winter-alyeska-pipeline_3235.jpg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gasleitungsprojekt Nabucco wird in der bisherigen Form nicht mehr verwirklicht werden. Nabucco sollte als strategisches Leitungsprojekt mit einem Transportvolumen von 31 Mrd.m3 Erdgas\/Jahr\u00a0 die Lieferanten von Erdgas f\u00fcr den EU-Markt und das Importleitungsnetz diversifizieren. 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