{"id":1682,"date":"2011-01-25T00:07:57","date_gmt":"2011-01-24T23:07:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=1682"},"modified":"2011-02-26T21:26:23","modified_gmt":"2011-02-26T20:26:23","slug":"terror","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/?p=1682","title":{"rendered":"&#8230; terror &#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/domodedovo-24_1_2011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1684\" style=\"padding-right: 12px;\" title=\"domodedovo, 24_1_2011\" src=\"http:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/domodedovo-24_1_2011.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"126\" srcset=\"https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/domodedovo-24_1_2011.jpg 500w, https:\/\/www.gerhard-mangott.at\/wp-content\/uploads\/domodedovo-24_1_2011-300x180.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>In den letzten Monaten w\u00e4hnten sich viele Beobachter der nordkaukasischen Islamistenszene in der tr\u00fcgerischen Hoffnung, die Rivalit\u00e4ten und Differenzen zwischen den verschiedenen Fraktionen k\u00f6nnten eskalieren und der terroristische Widerstand auseinanderbrechen. Der F\u00fchrungsanspruch von Doku Umarov, dem Emir des Emirats Nordkaukasus, war von s\u00e4kularen oder moderat islamischen K\u00e4mpfern angefochten worden. Diese dr\u00e4ngten darauf, die islamistische Agenda, die ganze nordkaukasische Region aus Russland herauszubrechen, aufzugeben und sich auf das Ringen um die staatliche Unabh\u00e4ngigkeit von Cecnja zu konzentrieren. Zwar bestehen diese Differenzen weiterhin, aber die militante Schlagkraft der Islamisten wurde dadurch ebenso wenig gebrochen, wie ihr Aktionsradius auf den Nordkaukasus beschr\u00e4nkt werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die russl\u00e4ndische F\u00fchrung begegnet dem islamistischen N\u00e4hrboden seit vielen Jahren nicht nur mehr mit milit\u00e4rischen Mitteln \u2013 auch wenn brutale S\u00e4uberungsaktionen russischer Soldaten, Nachrichtendienstoffiziere und Einheiten des Innenministeriums den Rebellen immer wieder neue Rekruten zutreiben. Schon seit mehr als vier Jahren wird versucht, die missliche soziale Lage in den wirtschaftlich strukturschwachen Regionen zu verbessern. Die Finanzmittel, die daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung gestellt werden, sind hoch; allein, vieles davon wird f\u00fcr untaugliche Projekte ausgegeben, viel Geld verschwindet in den Taschen korrupter Funktion\u00e4re. Trotzdem \u2013 an dieser Strategie gilt es, festzuhalten; sie ist unabdingbar notwendig und letztlich alternativlos.\u00a0 Nur wenn durch eine \u00c4nderung am Arbeitsmarkt zivile Lebensperspektiven entstehen, kann eine langsame Einhegung der terroristischen Grauzone erreicht werden. Denn viele arbeitslose junge M\u00e4nner treten in die Reihen der Islamisten ein \u2013 aus Hass auf die korrupten regionalen F\u00fchrer,\u00a0 aus dem Wunsch, get\u00f6tete oder misshandelte Verwandte zu r\u00e4chen, aber auch, weil der Krieg f\u00fcr sie ein Gewerbe geworden ist; es l\u00e4sst sich viel Geld verdienen, wenn man sich als S\u00f6ldner verdingt. Diese nicht-ideologischen K\u00e4mpfer aus den Rebellenreihen herauszubrechen ist eines der Ziele, die durch eine verbesserte wirtschaftliche und soziale Lage angestrebt wird. Aber selbst wenn dies gelingen sollte, wird das die terroristische Bedrohung nicht wesentlich eind\u00e4mmen; eine Terrorstrategie kann auch mit einer niedrigen Zahl an Aktivisten fortgesetzt werden. Zumindest aber k\u00f6nnte dadurch erreicht werden, dass die Kollaboration der Zivilbev\u00f6lkerung mit den Islamisten gebrochen wird. Die Islamisten k\u00f6nnten dann nicht mehr so stark auf die Unterst\u00fctzung durch die Kaukasier z\u00e4hlen; Kampfoperationen w\u00fcrden damit schwieriger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kampf gegen die Terroristen ist aber auch eine  nachrichtendienstliche Aufgabe. Unbestritten ist die &#8216;terroristische Migration&#8217; zwischen afghanischen, pakistanischen und  nordkaukasischen Schlachtfeldern.\u00a0 Unbestritten ist auch, dass die islamistischen Rebellen finanzielle und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung aus dem Ausland erhalten. Nat\u00fcrlich ist Russland damit eben auch  Opfer transnationaler islamistischer Terrornetzwerke &#8211; auch wenn das  Land wie viele andere Staaten auch bisweilen deren Geburtshelfer war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die russische Regierung ist ratlos, wirkt beinahe hilflos bei der Suche nach neuen Wegen zur\u00a0 Bek\u00e4mpfung der nordkaukasischen Gewalteskalation. Die milit\u00e4rischen Mittel &#8211; dies gilt f\u00fcr den Einsatz der Streitkr\u00e4fte wie die Einheiten des Innenministeriums &#8211; sind ausgereizt. Die brutalen S\u00e4iuberungsaktionen, die den Islamisten immer wieder neue Rekruten zugetrieben haben, sind auch zur\u00fcckgegangen. Auch das hat bislang keine Ergebnisse gezeigt. Die feindselige Stimmung gegen die &#8216;Russen&#8217; in weiten Kreisen der loaklen Bev\u00f6lkerung ist ungebrochen. Die russische F\u00fchrung weiss daher, dass ein Strategiewechsel gegen die eskalierende islamistische Gewalt weder m\u00f6glich noch zielf\u00fchrend ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit jedem Terrorakt aber, erhalten die nationalistischen Hetzer in der russischen Bev\u00f6lkerung mehr Zulauf. \u201aRu\u00dfland den Russen\u2018 ist die Losung, die immer mehr Zuspruch findet. Die Mahnungen Medvedevs, auch die Bewohner des n\u00f6rdlichen Kaukasus als Mitb\u00fcrger mit gleichen Rechten anzusehen, bleiben ungeh\u00f6rt. Gewaltt\u00e4tige Auseinandersetzungen zwischen Russen und Kaukasiern werden weiter zunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist also m\u00fc\u00dfig, nach jedem Anschlag danach zu fragen, ob eine Strategie der Regierung versagt habe oder ob ein grundlegender Strategiewechsel erforderlich sei. Der Ansatz der Regierung\u00a0 ist richtig, aber die praktische Umsetzung ist schwierig. Wichtiger aber noch: diese terroristische Bedrohung wird noch viele Jahre weiterbestehen. Die menschlichen, sozialen und ideologischen Verwerfungen\u00a0 in der Region ind erheblich. Die Einmischung von au\u00dfen ist es auch. Der Terror wird weitergehen: Daran muss sich Russland gew\u00f6hnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Monaten w\u00e4hnten sich viele Beobachter der nordkaukasischen Islamistenszene in der tr\u00fcgerischen Hoffnung, die Rivalit\u00e4ten und Differenzen zwischen den verschiedenen Fraktionen k\u00f6nnten eskalieren und der terroristische Widerstand auseinanderbrechen. Der F\u00fchrungsanspruch von Doku Umarov, dem Emir des Emirats Nordkaukasus, war von s\u00e4kularen oder moderat islamischen K\u00e4mpfern angefochten worden. 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